Als Coach versagt! - Off-Topic Diskussionen zu PMI Coaching Schulen Forum
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Als Coach versagt!
  • Guten Abend,
    ich benötige einen fachlichen Rat von einem Kollegen.

    Ich arbeite seit einem Jahr als Coach für ein Unternehmen das wiederum als Dienstleister für Coaching und Seminare für Unternehmen in 3 verschiedenen Fachbereichen auftritt.

    Ich habe letzte Woche ien Seminar gehalten das mir ziemliches Kopfzerbrechen bereitet weil es meineserachtens sehr schlecht gelaufen ist.

    Nun möchte ich-so wie wir das immer machen- einen Nachbrief verfassen mit Fragebogen über die Zufriedenheit und denke das das Feedback nicht sehr gut sein wird. Wie soll ich damit dann umgehen?

    Es gibt ein paar Dinge wehalb das Seminar so schief gelaufen ist:

    1. Ich hatte 3 Seminare gleichzeitig im Kopf die ich recht zeithnah abhalten mußte. Diese waren vom Themenkomplex sehr ähnlich aber nicht identisch. Ich glaube ich habe mir die Ziele für den Abend nicht deutlich genug vorher erarbeitet.

    2. Ich gláube ich habe eine neue Kollegin, die teilnehmen sollte und einen Part übernehmen sollte um daraus zu lernen, völlig überfordert weil ich mir nicht genügend Zeit genommen habe und leider auch keine hatte um sie für ihren Teil noch zu coachen

    3. Eine Teilnehmerin hatte ein quengelndes Kind dabei weil sie keinen Babysitter gefunden hatte und der Kunde darauf bestand das sie teil nimmt. Ich habe diese natürlich als Störungsquelle angesprochen, aber nicht klar genug erkannt, das diese Störungsquelle stark die Konzentration der gesamten Gruppe beeinflußt.

    4. Ich habe gemerkt das mir das Publikum entgleitet und wollte das Ganze dann mit mehr Details aufbessern und habe sie damit völlig überfordert.

    Ich habe mein Seminar reflektiert und soweit aufgearbeitet, so das ich denke und hoffe das mir sowas so schnell nicht nochmal passiert. In diesem Seminar habe ich als Coach versagt.

    Was mache ich nun mit dem Feedback des Nachbriefes? Ich dachte an einen Gutschein unserer Dienstleistung mit dem die Teilnehmer beimnächsten mal nur 50% zahlen müssen? Oder soll ich so tun als wäre nichts geschehen und unseren guten Ruf evtl aufs Spiel setzen?

    Meine Sorge ist nur, das ich das Problem noch größer mache wenn ich es wieder aufwärme. Allerdings war mein Honorar für dieses Seminar nicht berechtigt.

    Können Sie mir einen Ratschlag unter Kollegen geben?

    Ich hoffe sehr auf eine Rückmeldung und bedanke mich im voraus.

    Pascal Lippner
  • 2"2einen schönen guten tag Herr Lippner


    danke für ihre anfrage. bitte verzeihen sie mir den direkten ausdruck, doch dieser kam mir in den kopf: " shit can happen...." wie sie es beschreiben beschäftigt sie diese situation sehr, doch bedenken sie, dass wir alle die vergangenheit nicht mehr verändern können, zumal jetzt noch nicht. Nehmen sie es einfach als eine gute erfahrung an und lernen sie daraus. selbst sehr erfahrenen trainern und coaches kann dies passieren. also kopf hoch und...



    Ich habe letzte Woche ien Seminar gehalten das mir ziemliches Kopfzerbrechen bereitet weil es meineserachtens sehr schlecht gelaufen ist.

    = wissen sie das oder vermuten sie es aufgrund eines gefühls?

    Nun möchte ich-so wie wir das immer machen- einen Nachbrief verfassen mit Fragebogen über die Zufriedenheit und denke das das Feedback nicht sehr gut sein wird. Wie soll ich damit dann umgehen?

    = ist gut, jedoch sollte dies immer direkt nach dem seminar oder maßnahme durchgeführt werden, also noch innerhalb der maßnahme. danach kommen oft andere eindrücke bei den teilnehmern wie auch den trainern. sonst grundsätzlich wichtig in allen maßnahmen. dies ersetzt jedoch nicht die direkte befragung ob direkt oder indirekt innerhalb der maßnahme. da somit immer zu jeder zeit die chance besteht, die maßnahme anzupassen.


    1. Ich hatte 3 Seminare gleichzeitig im Kopf die ich recht zeithnah abhalten mußte. Diese waren vom Themenkomplex sehr ähnlich aber nicht identisch. Ich glaube ich habe mir die Ziele für den Abend nicht deutlich genug vorher erarbeitet.

    = okay, war evtl. ein fehler. doch nur vielleicht. evtl. ist dann die möglichkeit besser, in den maßnahmen direkter auf die teilnehmer einzugehen und dadurch den puls besser zu spüren. verlassen sie sich mehr auf ihr gefühl beim umgang mit menschen. natürlich kann es dann auch sein, dass sie evtl. die geplante maßnahme komplett während der maßnahme ändern müssen und direkt auf die wünsche der teilnehmer eingehen sollten.


    2. Ich gláube ich habe eine neue Kollegin, die teilnehmen sollte und einen Part übernehmen sollte um daraus zu lernen, völlig überfordert weil ich mir nicht genügend Zeit genommen habe und leider auch keine hatte um sie für ihren Teil noch zu coachen

    = sprechen sie mir ihr darüber und wenn vorhanden gestehen sie ihren fehler oder schwäche. coachen sie die dame doch einfach wie sie es richtig gelernt haben. also tun sie ihren job. sie kennen selbst die fragen die sie stellen sollten.


    3. Eine Teilnehmerin hatte ein quengelndes Kind dabei weil sie keinen Babysitter gefunden hatte und der Kunde darauf bestand das sie teil nimmt. Ich habe diese natürlich als Störungsquelle angesprochen, aber nicht klar genug erkannt, das diese Störungsquelle stark die Konzentration der gesamten Gruppe beeinflußt.

    = sie waren der trainer? wenn ja dann bestimmen sie den verlauf und die form. hier waren sie ganz klar gefragt statt einen konsens einen dissens zu halten, bis die grundlagen für alle teilnehmer gegeben waren. oder sie hätten sich mit dem kind auch einlassen sollen und dieses nicht als störquelle zu sehen. hier liegt die verantwortung klar bei ihnen, nicht beim kind, der frau oder dem auftraggeber. sie haben es selbst zugelassen und nicht die steuerung übernommen.

    4. Ich habe gemerkt das mir das Publikum entgleitet und wollte das Ganze dann mit mehr Details aufbessern und habe sie damit völlig überfordert.

    = sie wissen selbst, dass je mehr details folgen wir menschen uns immer weniger merken. hierzu muss ich nicht mehr schreiben. je mehr wir etwas verstecken wollen umso mehr kommt es heraus?


    Ich habe mein Seminar reflektiert und soweit aufgearbeitet, so das ich denke und hoffe das mir sowas so schnell nicht nochmal passiert. In diesem Seminar habe ich als Coach versagt.

    = sie sollten froh darüber sein, dass sie noch fehler machen. umso höher kommt ihre eigene entwicklung. hätten sie diesen fehler nicht gemacht so hätten sie jetzt keine chance zur weiterentwicklung. an ihrer stelle wäre ich dankbar dafür. Ist denn jemand dabei umgekommen oder haben die teilnehmer mit faulen tomaten nach ihnen geworfen? was könnte im schlimmsten fall jetzt noch passieren? also kopf hoch und positiv sehen. sagen sie sich nicht was falsch war sonder was sie beim nächsten mal noch besser machen werden. :-)

    Was mache ich nun mit dem Feedback des Nachbriefes? Ich dachte an einen Gutschein unserer Dienstleistung mit dem die Teilnehmer beimnächsten mal nur 50% zahlen müssen? Oder soll ich so tun als wäre nichts geschehen und unseren guten Ruf evtl aufs Spiel setzen?

    = wissen sie denn schon wie die teilnehmer dachten oder denken? verlassen sie sich auf sich selbst und machen sie das was ihnen ihre innere stimme sagt. jedoch nicht immer gleich mit einem nachlass drohen. natürlich sollten sie auch nicht so tun als wäre nichts gewesen. sie sollten lediglich genau wissen was war und dies analysieren.


    Meine Sorge ist nur, das ich das Problem noch größer mache wenn ich es wieder aufwärme. Allerdings war mein Honorar für dieses Seminar nicht berechtigt.

    = das kann schon passieren. nach welchen werten und prinzipien leben sie? diese sollten ihr verhalten vorgeben und nicht das was andere von ihnen verlangen oder wünschen oder was besser wäre damit die allgemeinheit gut von ihnen denkt. bleiben sie diesen treu. ehrlichkeit in jeder richtung hat immer eine gute basis.


    Können Sie mir einen Ratschlag unter Kollegen geben?

    = gerne können sie uns auch dazu anrufen.

    lg

    dr. michael schenk

    Ich hoffe sehr auf eine Rückmeldung und bedanke mich im voraus.

    Pascal Lippner
  • Hallo Herr Dr. Schenk,

    vielen Dank für Ihre netten und direkten Worte, Sie haben mir sehr weiter geholfen.

    Ich warte jetzt erstmal das Feedback ab und werde dann schauen was ich tun könnte.

    Shit can happen ist genau richtig, sie haben Recht. Ich bin ja auch nicht als Profi auf die Welt gekommen und mache es ja auch erst seit einem Jahr. Leider kommt da der Perfektionismus in mir hoch, aber auch ich bin halt nur ein Mensch.

    Ihren Tip den Fragebogen bzw Rückmeldungen direkt oder indirekt innerhalb der Maßnahme zu machen/zu bekommen nehme ich mir zu Herzen und werde dies nächstes Mal ausprobieren.

    Danke nochmal für die direkten Worte. Natürlich hatte ich versucht meine Bedenken und Selbstzweifel auch mit meinen direkten Kollegen im Unternehmen zu reflektieren, allerdings habe ich dort leider festgestellt das meine Kollegen nur Angst um den Ruf des Unternehmen hatten, was mir schwer zu denken gibt ob ich so einem Unternehmen überhaupt weiter tätig sein möchte.

    LG
    Pascal Lippner
  • Geehrter Herr Lippner


    Vertrauen Sie auf Ihre eigenen Erfahrungen bzw. nehmen Sie Entscheidungen auf und bilden Sie ihre eigene Strecke. Dass hier natürlich auch Entscheidungen getroffen werden müssen die einem selbst nicht passen ist dann Grundlage. Verständlich ist, dass die meisten fremdgesteuert sind und lieber im Konsens als Dissens leben. Aber damit kann kein eigener Weg gefunden werden. Der Ruf eines Unternehmens ist wichtig, jedoch ist die Arbeit am "Chef", dem Kunden, das Wichtigste!

    Gerne können Sie uns anrufen.

    lg

    Dr. Michael Schenk
  • Guten Tag Herr Dr. Schenk;
    sie haben völlig recht.Aber ist ein Coach ein guter Coach,wenn ihn sein Kollege um Rat und Hilfe bittet nur an das Unternehmen denkt in dem er arbeitet? Gerade als Coach muß ich doch eigentlich in der Lage sein, anderen sachliche wie fachliche Hilfestellungen geben zu können.

    Sie merken das mich das Verhalten meiner Kollegen geärgert und vielleicht ein Stück weit auch verletzt hat. Allerdings ist unser Unternehmen ein Dienstleister für Coaching und Seminare. Das heißt es besteht quasi nur das Backoffice welches für Organisation und Verwaltung zuständig ist und für uns bietet es Räume in denen wir uns auf die Seminare die wir leiten vorberiten können. Bisher dachte ich halt das es auch dafür da ist sich mit Kollegen austauschen zu können, was ja bisher auch der Fall , nur bisher halt nur positive Erfahrungen.

    Sie haben Recht die Arbeit am Chef- dem Kunden ist das Wichtigste und genau durch den habe ich bisher auch meine Bestätigung bekommen und daraus meine Stärken entwickelt.

    Freundliche Grüße
    Pascal Lippner
  • Einen schönen guten Tag


    Ja, Kollegen sollten auch dafür da sein. Doch oft existieren Machtkämpfe und somit verbauen wir uns Menschen die besten Weg zu oft selbst. Also ehrlich bleiben, kommunikativ und offen bleiben und Spaß am Umgang mit Menschen. Suchen Sie Ihre eigenen Weg!

    Eines meiner Mottos:" Tue was Du vom Herzen für richtig hälst, Du wirst kritisierst ob Du es tust und Du wirst kritisierst wenn Du es nicht tust!"

    Also hören Sie in sich hinein und bleiben Sie Ihren Werten treu. Auch wenn dies sehr oft schwer ist.

    lg

    Dr. Michael J. Schenk
  • He Kollege!
    Ich finds toll das du dir so viele Gedanken machst und dir deine Kunden wichtig sind. Aber jeder von uns hat mal angefangen und keiner ist perfekt auf die Welt gekommen. Ich mußte schmunzeln als ich deinen Beitrag gelesen habe, denn mir ist es anfangs nicht anders gegangen. Als ich mein erstes Seminar verhauen habe war ich kurz davor alles hin zu schmeißen und heute nach 10 Jahren würde ich sagen mache ich einen guten Job sonst würden nicht so viele Firmen meine Seminare buchen.
    Ich gebe Herrn Dr. Schenk in allen Punkten recht und du solltest wirklich überlegen ob es so sinnvoll ist einen Nachruf erst Wochen später zu starten. Womit Herr Dr. Schenk auch den Nagel auf den Kopf getroffen hat ist sein Motto: Tue was Du vom Herzen für richtig hälst, Du wirst kritisierst ob Du es tust und Du wirst kritisierst wenn Du es nicht tust! Besser kann man es garnicht ausdrücken.
    Also Kopf hoch, das wird schon und du wirst sehen in ein paar Jahren wirst du auch darüber schmunzeln.

    Ach noch was. Hast du schonmal überlegt das deine Kollegen auch neidisch sein könnten? Ihr arbeitet als Dienstleister, das heißt Kunden können euch speziell buchen und gute Coaches werden immer wieder gebucht ;-)